23.12.2011


Rückblick aufs Jahr 2011 und Ausblick auf 2012

Der DDB blickt in Sachen „Diabetes“ auf das Jahr 2011 kritisch zurück. Ob das Jahr 2012 Besserung verspricht? Der Vorsitzende des DDB Dieter Möhler berichtet.

Dieter Möhler

Rückblick aufs Jahr 2011 und Ausblick auf 2012

Der DDB blickt in Sachen „Diabetes“ auf das Jahr 2011 kritisch zurück. Ob das Jahr 2012 Besserung verspricht? Der Vorsitzende des DDB Dieter Möhler berichtet: 

Was im Jahr 2011 in Sachen „Diabetes“ passiert ist? Eine ganze Menge, doch vieles hätte uns ruhig erspart bleiben können. Aber widmen wir uns zunächst dem Positiven, ich fasse kurz für Sie zusammen:

Der DDB feierte gemeinsam mit dem Kirchheim Verlag sein 6o-jähriges Bestehen in Nürnberg. Die Veranstaltung „Deutscher Diabetiker Tag“ war ein voller Erfolg und erstaunte mit knapp 5000 Besuchern. Eine einzigartige Karateshow vom Deutschen Meister Alexander Piel sorgte für „standing ovations“ (siehe: www.diabetikerbund.de/aktuelles). 

Zudem hat der DDB die Stiftung „Diabetikerstiftung Mittelpunkt Mensch“ (www.diabetikerbund.de/ddbpresse) ins Leben gerufen, welche die Lebensqualität und Versorgung von Menschen mit Diabetes und deren Angehörigen erforscht, fördert und unterstützt. Im Mittelpunk aller Aktivitäten der Stiftung steht der Diabetiker. Seiner Versorgung und Lebensqualität gilt das besondere Augenmerk. 

Weiter bietet der DDB seit 2011 neben seinem Rechtsberatungsnetz (www.diabetikerbund.de/aktuelles) (seit 2009), welches eine Vielzahl von Diabetikern vor ungünstigen Entscheidungen bewahrt hat, einen professionellen, dauerhaften familientherapeutischen Telefondienst an, die „Sugar-Hotline“ (www.diabetikerbund.de/ddbpresse). Sie hilft Kindern/Jugendlichen und deren Eltern dabei, Krisensituationen besser zu bewältigen. Der Telefondienst wird in Zusammenarbeit mit dem Hilfswerk für jugendliche Diabetiker gGmbH (www.jugenddiabetes.de ) zweimal wöchentlich angeboten.

Nun zu dem was uns 2011 besser hätte erspart bleiben sollen. Das ist schockierend! Dazu gehören beispielsweise die drei Beschlüsse des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA), die Verordnungseinschränkungen bzw. -ausschlüsse für Typ-2-Diabetiker zur Folge hatten:

  • Analoginsuline, 
  • Glitazone und 
  • Harn- sowie Blutzuckerteststreifen 

werden von den Kassen nicht mehr oder nur noch in Ausnahmen bezahlt. 

Sie fragen sich, wie so etwas passieren konnte? Doch nur weil Patientenvertreter im G-BA einfach überhört, massiv übergangen wurden. In den einzelnen Verfahren hatte der DDB sich für ergänzende Therapiehinweise stark gemacht, die nicht berücksichtigt wurden. Deshalb habe ich nun als themenbezogener Vertreter für den Deutschen Behindertenrat Klage gegen das Gremium vor dem Landessozialgericht Berlin-Brandenburg eingereicht (www.diabetikerbund.de/ddbpresse). Nun heißt es abwarten... Wir können nur hoffen. Was Sie tun können? Es ist so wichtig, dass wir uns alle, Betroffene und Angehörige, im DDB stark machen. Nehmen Sie meine Worte ernst. Tun Sie dies für Ihre und die Lebensqualität anderer Betroffener! Die Aussichten aufs Jahr 2012 versprechen keine Besserung, wenn wir nicht gemeinsam für unsere Versorgung kämpfen, denn an der Behandlung von Menschen mit Diabetes wird weiter rigoros gespart. Werden Sie Mitglied im DDB (www.diabetikerbund.de/mitglied), damit die Politik der Leistungskürzungen/-einschränkungen nicht weiter auf dem Rücken der chronisch Kranken fortgesetzt wird. Lassen Sie sich so etwas nicht bieten. 

Ziel des Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) für das Jahr 2012 ist es gewiss noch weniger Geld für die Patienten auszugeben, sprich weiterhin Verordnungen von Medikamenten und Hilfsmitteln einzuschränken und damit den Patienten ihre Lebensqualität zu rauben. Aber dies dulden wir im DDB nicht und kämpfen weiter, geben uns nicht einfach geschlagen. Deshalb möchte ich auch Sie bitten, sich mit uns im DDB zu engagieren, jede einzelne Stimme ist wichtig. Nur gemeinsam sind wir stark.

An dieser Stelle deshalb auch ein riesiges Dankeschön an unsere Mitglieder für die Treue und das Engagement, insbesondere der Mitglieder, die bei Sturm und Kälte an den Demonstrationen in Berlin teilgenommen haben. Jedem einzelnen Mitglied gilt mein Dank. Ebenso gilt dieser selbstverständlich auch der ehrenamtlichen Arbeit in den Landes- und Bezirksverbänden, den Selbsthilfegruppen und Gruppenleiter und nicht zuletzt den Mitgliedsorganisationen. 

Ich wünsche Ihnen, auch im Namen des Bundesvorstandes eine besinnliche Weihnachtszeit und ein gesundes, erfolgreiches, glückliches Jahr 2012! 

Dieter Möhler
 Vorsitzender des Deutschen Diabetiker Bundes